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 Vietnam
dluig Offline




Beiträge: 1.086

02.03.2007 14:25
RE: Reise-Tipp - Luang Prabang antworten

Luang Prabang - Reiz der konsequent gelebten Langsamkeit

Der Begriff "Stadt" ist für Luang Prabang nicht unbedingt angebracht. Städtchen wäre sinnvoller, da die berühmteste Ortschaft des Landes, gleichzeitig die Metropole des Nordens, gerade einmal 40.000 Einwohner zählt, wovon etwa 700 Mönche sind. Die Mönche sind fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Auf einem Streifzug durch die Altstadt kann es passieren, dass man von einem Mönch angesprochen wird, der sein Englisch mit den Besuchern üben möchte. Sollte man Luang Prabang eine Zeit zuordnen, so wäre das ungefähr das Jahr 1950 mit ein paar Krümeln Gegenwart. Und wenn man Luang Prabang eine Religion geben sollte, dann wäre es der Buddhismus.

Buddhismus durchdringt alle Winkel der Stadt - das gesamte Alltagsleben. Nicht ohne Grund steht der Städtename Luang Prabang für "Stadt der großen Buddha-Statue". Die 52 Tempel der Stadt prägen das Stadtbild, während es daneben tropisch grünt. Drum herum, als Bilderrahmen sozusagen, strömen der große Mekong und der Nebenfluss Nam Khan. Die Einwohner der Stadt verkörpern eine innere Gelassenheit, die man in dieser Form nicht noch ein zweites Mal auf der Welt findet. Die verlockende entspannte und ruhige Atmosphäre zieht seine Besucher spätestens nach einem Tag in ihren Bann. Luang Prabang ist einfach einer der friedlichsten Orte der Welt.

Der Besucher sollte sich die Zeit nehmen, um einen ausgedehnten Spaziergang durch den Stadtkern zu unternehmen und um die interessante Architektur zu bestaunen. Den UNESCO-Weltkulturerbe-Status verdankt Luang Prabang unter anderem auch dieser einmaligen Architektur. Während der französischen Kolonialzeit von 1893 bis zum Zweiten Weltkrieg wurden traditionelle laotische mit französisch-bourgeoisen Stilen miteinander verheiratet, so dass ein vornehmes und fotogenes Stadtbild entstand. Daher darf die Fotoausrüstung auf keinen Fall fehlen. Jedes Haus ist ein Kunstwerk für sich. Kein einziger Hotelkomplex stört die Sicht. Und überall sind dekorative Details wie Statuen aus fernen Zeiten, stuckverzierte Fassaden oder bunte Fensterläden zu finden.

Sehenswürdigkeiten:

Luang Prabang ist schon immer eine bescheidene, sehr ruhige, spirituelle und ziemlich reiche Stadt gewesen. Zudem ist es auch das geistliche und weltliche Zentrum des Landes; hier lebten der Phra Sangkharai, das Oberhaupt der Buddhisten, und der König. Mitten im Ort steht noch der Palast, in dem Monrach Sisvang Vatthana bis zu seiner Abdankung 1975 wohnte. Der Königspalast ist heute zur Besichtigung frei gegeben und geradezu prädestiniert als Wahrzeichen der Stadt, da sich insbesondere die Privatgemächer sehr bescheiden präsentieren, wenn auch der Thronsaal prunkvoll-golden funkelt. Im Palast sind das Nationalmuseum und eine reichhaltige Kunstsammlung untergebracht. In einem Nebengebäude des Königspalastes wird ein Saal für Tanzaufführungen genutzt. Hier wird laotische Folklore mit furchterregenden Masken und Kostümen vorgeführt.

Die goldene Buddha Statue, der die Stadt ihren Namen "Stadt der großen Buddha-Statue" zu verdanken hat, ist in der eigens für ihn errichteten Ho Pha Bang - Pagode im Park des Königspalasts zu besichtigen. Die 83 Zentimeter hohe und 54 Kilogramm schwere Statue kam im ersten Jahruhundert als Geschenk aus Sri Lanka. Die berühmte Figur wurde bereits zweimal geraubt, kam aber stets zurück nach Luang Prabang.

Der älteste und schönste Tempel von Luang Prabang heißt Wat Xieng Thong. Dieser ist ein gutes Beispiel für den laotischen Architekturstil und wurde 1887 als einziger Tempel von dem chinesischen Raubzug des Hauptmanns Deo Van Tri verschont, weil Tri in seiner Jugend in dem Kloster als Mönch gelebt hatte. Das mehrfach gestaffelte Satteldach des Tempels erweckt den Anschein, als würde es augenblicklich davonschweben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Außenwände zudem mit zahlreichen Glasmosaiken verziert. Bei den 52 Tempeln, die Luang Prabang zu bieten hat und die alle von Mönchen bewohnt sind, ist es ratsam, mindestens 2 bis 3 Tage für Tempelbesichtigungen einzuplanen.

Um ein einzigartiges Schauspiel bewundern zu können, lohnt sich auch einmal das frühe Aufstehen. Allmorgendlich im Dämmerlicht, so gegen 06:30 Uhr, ziehen orange gekleidete Mönche barfuß im Gänsemarsch durch die Straßen mit einer am Riemen über die Schulter gehängten Schale. Frauen und Männer warten bereits mit Bambuskörben, die mit Klebereis füllt sind, am Straßenrand auf die Mönche. Diese sammeln jeden Morgen so ihr Frühstück ein, das ihnen die Bevölkerung mit freudigem Lächeln täglich gibt, denn man kann sein Karma verbessern, wenn man Mönchen Almosen stiftet. Touristen machen auch schon mit. Ambulante Händler verkaufen Bananenblattpäckchen als Frühstücksspende an die Fremden. Als Zuschauer hält man den Atem an, um die Stille des Moments nicht zu stören.

Ein besonderes Erlebnis ist der Nachtmarkt. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Straßenabschnitt vor dem Nationalmuseum zum wahren Shoppingparadies. Das Angebot reicht von Seidenprodukten, Schmuck, Papierlaternen bis hin zu schön verzierten Baumwolldecken. Einen besonderen Flair erhält der Nachtmarkt durch die vielen kleinen Glühbirnen, die wie kleine Laternen über den Waren hängen. Ein derartiger Nachtmarkt ist nur in Luang Prabang zu finden.

Ausflüge:

Das Übersetzen mit dem Boot von Luang Prabang auf die andere Seite des Mekongs ist ein absolutes Muss. Dort befindet sich zum einen ein typisch laotisches Dorf und zum anderen der auf einem Hügel gelegene Tempel Wat Chom Pet, von dem aus man einen überragenden Blick auf Luang Prabang hat, das auf einer fingerförmigen Halbinsel liegt und von den Wassern des Mekong und Nam Kahn zu drei Vierteln umströmt wird.

Einen weiteren unvergesslichen Blick hat man vom mitten im Ort liegenden Phou Si Berg, übersetzt der Heilige Berg. Gegenüber dem Königspalast führen 328 Stufen hoch zum Gipfel, auf dem naturgemäß ein kleiner Tempel steht. Interessanter als dieser ist die grandiose Aussicht. Im Südwesten ragt eine goldene Stupa aus dem tropischen Grün hervor. Allabendlich finden sich auf dem Gipfel viele Reisende ein, um den Sonnenuntergang hinter den Bergen im Westen zu bestaunen.

Per Boot den Mekong aufwärts erreicht man in ca. 1 1/2 Stunden den seit Jahrhunderten bekannten Pilgerort Pak Ou - die Buddha-Grotten. 30 Kilometer nordöstlich bei der Mündung des Nam Ou in den Mekong gelegen sind diese eindrucksvollen Kalksteinhöhlen nur vom Wasser aus erreichbar. Die eigentliche Attraktion sind zwei Höhlen, die mittlerweile über 5000 kleine und mittelgroße Buddha-Statuen beherbergen, welche von zahlreichen Gläubigern gestiftet wurden. Ein einmaliger Anblick! Während der Bootsfahrt steuert der Fahrer zudem meist ein Dorf an, in dem Reiswhisky gebrannt wird.

Als ideales Transportmittel in die unmittelbare Umgebung erweist sich das Fahrrad. In nur ca. 45 Minuten erreicht man die schöne Stupa Sanit Chedi. Weitere Highlights der Umgebung sind zwei Wasserfälle. In Tad Kuang Si stürzen die Wassermassen über 50 Meter in die Tiefe und laden zum Baden ein. Weniger spektakulär aber dafür landschaftlich reizvoll inmitten grüner Wälder gelegen ist der Tad Sae Wasserfall. Die Felsenpools laden ebenfalls zum Baden ein.

Unterkunft:

Die Stadt verfügt über 2.000 Betten verteilt auf 14 Hotels und 87 Gästehäuser; Tendenz steil steigend. Die Altstadt ist übersät mit vielen kleinen Gästehäusern, wo ein Zimmer bereits ab US$ 5,- zu bekommen ist.

Das Luxushotel The Grand ist neu errichtet, jedoch im französischen Kolonialstil auf dem Landsitz des laotischen Prinzen Phetsarath erbaut. Das Hotel verfügt über 78 Zimmer und liegt vier Kilometer südlich der Stadt.

Hier gibts Urlaub:
www.reiseakzente.de
www.reiseakzente-online.de
www.malaysia-trips.de

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